• July 8, 2021
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Teil 3: Der Goldstandard

Fortsetzung Teil 2

Liebe Leserinnen und Leser,

Der Wert von Papiergeld ist nicht ‚echt‘, denn der Wert des bedruckten Papiergelds existiert nur in unserer Fantasie und basiert auf dem Vertrauen, dass der Schuldner auch in der Lage ist, seine Schulden zurückzubezahlen.

Fiat-Geld ist ein Zettel, den der Emittent selbst nie mehr selbst einlösen wird und für den der Inhaber des Zettels die Hoffnung haben kann, dass ihm ein Dritter dafür Waren gibt. Es ist also ein weitgehend leeres Versprechen beziehungsweise eines, das nicht dauerhaft fundiert ist. Wenn Zentralbanken ungedecktes Geld in Umlauf bringen oder Geschäftsbanken über ihren Mindestreservesatzhebel frisches Geld kreieren, sind diese Gelder weitestgehend ungedeckt, es haften die Banken selbst. Alles baut auf dem Vertrauen auf, dass die Banken in der Lage sein werden, ihren Verpflichtungen nachzukommen – und oft genug in der Geschichte wurde dieses Vertrauen missbraucht. Über die durch die Zentralbank gedruckten Papiergeldscheine hinaus gibt es in einem „Fiat-Geld“-System noch das „Zentralbankgeld“ beziehungsweise das „Buch- oder Giralgeld“. Als Zentralbankgeld bezeichnet man die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank, die durch Kredit auf hinterlegte Wertpapiere entstehen können oder durch eine ungedeckte Kreditvergabe der Zentralbank an die Geschäftsbanken. Buchgeld entsteht, wenn Geschäftsbanken an Endkunden Kredite vergeben. Über die Festsetzung der Quoten, die eine Bank als Eigenkapital und/oder Reserven vorhalten muss, entsteht eine große Hebelwirkung, die es den Banken erlaubt, ein Vielfaches der Kundeneinlagen und des Eigenkapitals als Kredite in Umlauf zu bringen. Diesen Hebel nennt man „Mindest-Reserve-Sätze“, das System ‚fractional reserve banking‘. „Gedeckt“ sind die Forderungen gegen die Banken zum größten Teil nur durch die Schulden Dritter. Je niedriger die Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken sind, desto mehr fremdes Geld können die Banken auf eigene Rechnung verleihen und an der Marge Geld verdienen. Daher haben die Banken kein Interesse daran, den Hebel zum Geldverdienen zu verkleinern.

Der Staat hat ebenfalls kein Interesse daran, das System zu verändern und auf eine solide Basis zu stellen, denn mit der Geldflut finanziert er seine Bürokratie, die Wohltaten, mit denen Wählerstimmen gekauft werden und fragwürdige Abenteuer, wie Kriege, Energiewenden oder „Weltpolitische Maßnahmen“. Die insgesamt vorhandene Geldmenge kann rein technisch oder buchhalterisch stark erhöht werden, ohne dass sich gleichzeitig in der Realwirtschaft oder am Volksvermögen etwas tut. Wenn Geld gedruckt wird, erhöht das nicht das Vermögen oder den Wohlstand der Bürger! Dem globalen Geldvermögen steht als „Deckung“ ein ebenso hoher Betrag an Schulden gegenüber. Erst in zweiter Linie ist das Geld durch die vorhandenen Waren „gedeckt“, es gibt jedoch keinen Anspruch auf Erhalt einer bestimmten Warenmenge gegen Hergabe eines Papiergeldscheins. Und das kann dann zu Problemen führen, wenn der Besitzer der Ware dem Geld, das er im Gegenzug erhalten soll, nicht mehr traut und die „Annahme verweigert“. Die Bürger sind mehr oder weniger per Gesetz gezwungen, das böse Spiel mitzuspielen, denn die Regierungen erklären ihr eigenes ungedecktes Geld zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel und verhindern aktiv die Entstehung von werthaltigeren Parallelwährungen. Dass unser derzeitiges System der Fiat-Währungen bislang noch hält, liegt zum einen daran, dass es bislang wenig „Fluchtmöglichkeiten“ gab, da alle größeren Währungsräume parallel inflationieren, und zum anderen daran, dass den meisten Bürgern die Gefahren nicht bewusst sind – auch weil es bislang zumindest auf den Gütermärkten wenig wahrnehmbare inflationäre Tendenzen gibt (derzeit im Euroraum Minus 0,3 % Inflation). Die Inflation spielt sich aktuell an den Immobilien-, Wertpapier- und Rohstoffmärkten ab). Dass die Inflation in den letzten 40 Jahren niedrig war, ist der Sondersituation zu verdanken, dass über Demographie, die Globalisierung und hier vor allen Dingen die Einbindung von China in die Weltwirtschaft ein riesiges zusätzliches Arbeitsangebot auf den Markt gekommen ist, dabei die Löhne und die Warenpreise konstant gedrückt wurden. Wie kann es weitergehen? Wenn die aktuelle Finanzblase platzt, gibt es ein paar mögliche Szenarien: Erstes Katastrophenszenario „Hyperinflation“, wenn die Zentralbanken das Problem mit immer mehr frischem Geld lösen möchten. Wenn die Bürger merken, dass hemmungslos neues Geld in Umlauf kommt, verlieren sie irgendwann das Vertrauen in die Währung mit der Folge einer galoppierenden Inflation. Zweites Katastrophenszenario „Totaler Kollaps des Finanzsystems“ und Aufbau eines völlig neuen Geldsystems, Währungsschnitte, Staatspleiten, Depression, hohe politische Risiken. Drittens (das üblichste Szenario): Viele Zombieunternehmen und Banken gehen pleite, Depression. Die Realwirtschaft restrukturiert sich mühsam und langsam. Hierzu ist es aber erforderlich, dass es in der Wirtschaft noch flexible Kräfte gibt und dann nach einer gewissen Zeit bei den Unternehmern der Optimismus zurückkehrt und wieder investiert wird. Leider werden in diesem Szenario geldpolitische und sonstige Reformen weitgehend vermieden und die nächste „Boom-und-Bust-Phase“ würde beginnen.

Brauchen wir ein neues Geldsystem?

Es ist viel zu viel Geld im Umlauf. Weil die Banken es aus dem Nichts schöpfen. Und die Staaten nicht genug davon kriegen können.

Höchste Zeit, grundsätzlich neu zu denken. Die Ängste sind etwas diffus – aber sie sind verbreitet. Was ist, wenn auf die Bankenkrise und die Staatsschuldenkrise eine dritte große Krise folgt: die Krise des Geldes? Wenn die Menschen nach dem Vertrauen in die Banken und die unbegrenzte Kreditwürdigkeit der Staaten nun den Glauben an das Geldsystem selbst verlieren?

In der Bevölkerung würde es sicher besonders begrüßt werden, wenn nicht nur der Wert des Geldes wieder ans Gold gebunden würde, wie das im Währungssystem von Bretton Woods bis Anfang der siebziger Jahre für den Dollar der Fall war, sondern wenn es eine Golddeckung des Geldes bei der Notenbank wie vor dem Ersten Weltkrieg gäbe und man Geldscheine gegen Gold eintauschen könnte. Als im vorigen Jahr in Deutschland darüber diskutiert wurde, wie sicher das im Ausland gelagerte Gold der Bundesbank ist, gab es ein erhebliches öffentliches Interesse an der Debatte. Und das, obwohl es in unserem Geldsystem gar nicht möglich ist, Geldscheine gegen Gold bei der Notenbank einzutauschen. Zweifel am Sinn der Goldbindung? Es wäre sicher nicht unmöglich, das wiedereinzuführen. Die meisten Ökonomen haben allerdings große Zweifel, ob es sinnvoll wäre. Wenn man eine direkte Eintauschmöglichkeit schaffen wollte, benötigte man unglaublich große Mengen von Gold, eine viel geringere Geldmenge – oder völlig andere Goldpreise als heute. Schon im Kaiserreich war das umlaufende Papiergeld nicht mehr vollständig durch Gold gedeckt, sondern nur zu einem Drittel. Die Rückkehr zu so einem System scheint illusorisch.

Die Vorteile

Gold ist begrenzt und nicht beliebig vermehrbar. Die Befürworter eines Goldstandards argumentieren daher, dass Geld, welches an Gold gekoppelt ist, ebenfalls nicht beliebig vermehrbar ist. Ihrer Meinung nach haben die weltweiten Schulden ihre Ursache genau darin, dass die Geldschöpfung ohne begrenzende Faktoren erfolgt. Die enorme Ausweitung der ungedeckten Geldmenge seit dem Ende des „Bretton Woods Systems“ sei augenfällig.

Diese permanente Schöpfung von Geld “aus dem Nichts” inflationiere Geld. Mit einem Goldstandard würde Geld wertstabil bleiben. Sie sehen den Goldstandard daher als Synonym für eine Zeit stabiler Währungen, gebremsten Geldmengenwachstums und sicheren Werterhalts.

Zudem stünden nationale Währungen durch den “Goldfuß” in einem genau definierten Verhältnis zueinander. Die daraus resultierenden stabilen Wechselkurse würden Handel und Wirtschaft allgemein beflügeln.

Die Nachteile

Die Gegner eines Goldstandards sind der Meinung, dass Geldpolitik dynamisch sein muss. Eine Geldmenge muss atmen können, so wie auch moderne Volkswirtschaften dynamische Systeme sind. Mit der Bindung von Geld an einen begrenzten Wert sei sinnvolle wirtschaftspolitische Steuerung nicht durchführbar.

Zudem sei fraglich, ob die weltweite Menge an Gold überhaupt ausreicht, um wachsende Volkswirtschaften mit mehr Geld zu versorgen. Dies berge die Gefahr einer Deflation. Als Beispiel führen sie an, dass die große Depression von 1933 nur deshalb passieren konnte, weil die Geldmenge nicht erhöht wurde im Gefolge des Börsencrashs von 1929 und der daran anschließenden Weltwirtschaftskrise.

Auch sei generell zu fragen, woher der Mehrbedarf an Gold kommen soll, wenn eine Volkswirtschaft schnell wächst, ohne dass es zu Krieg oder Ausbeutung kommt.

Dabei wird jedoch oft vergessen, dass nicht alle Länder im gleichen Maße über physische Goldreserven verfügen.

Fazit: Geldsysteme sind nie perfekt „gewesen“. Die Währungsordnung hat sich oft verändert und wird es wieder tun. Weder „der Goldstandard“ noch „Bretton Woods“ haben lange überlebt. Heute ist Krypto-Geld in Mode, das Vorbote sein könnte eines neuen, dezentralen Systems. Und so spekuliert der ein oder andere bereits auf Krypto-Währungen als neue Ordnungseinheit. Das nächste Geldsystem könnte ein dezentrales Währungssystem werden, oder ein virtuelles oder beides. Was das neue System auf jeden Fall sein wird? Wir wissen es nicht und die Zukunft wird es zeigen.

Viel Erfolg bei Ihren Aktivitäten und bleiben Sie gesund.

Ihr Goldundmehr.at Team

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